Leadgenerierung für Versicherungen
Versicherungen werden selten gesucht und fast immer erklärt. Das macht die Leadgenerierung hier grundlegend anders als bei Produkten mit akutem Bedarf – und erklärt, warum viele Kampagnen an der falschen Stelle optimieren.
Der Bedarf wird meist nicht aktiv gesucht, sondern durch einen Anlass ausgelöst – Jobwechsel, Familienzuwachs, Immobilienkauf, Sorge vor einem konkreten Risiko. Die Beratung bleibt in den meisten Sparten der Ort des Abschlusses. Der Lead ist deshalb kein Abschluss, sondern eine Gesprächsgelegenheit, und daran muss sich seine Bewertung ausrichten.
Wie die Nachfrage entsteht
Anders als bei einer Finanzierung besteht in der Versicherung selten ein Bedarf, den jemand von sich aus formuliert. Was es gibt, sind Anlässe und Sorgen: die Angst vor Einkommensverlust, ein neues Auto, die erste eigene Wohnung, ein Kind, ein Wechsel in die Selbstständigkeit.
Daraus folgt der wichtigste Unterschied zu suchgetriebenen Märkten: Die Werbung muss den Anlass ansprechen, nicht das Produkt. Wer auf den Produktnamen optimiert, erreicht die wenigen, die ohnehin schon suchen – und lässt die Mehrheit liegen, die ein Problem hat, aber nicht weiß, wie die Lösung heißt.
Was hier ein guter Lead ist
In der Versicherung ist der Lead fast nie der Abschluss. Gute Bewertungsgrößen sind:
- Terminquote – der Anteil der Anfragen, aus denen ein Beratungsgespräch wird
- Erscheinungsquote – wie viele dieser Termine tatsächlich stattfinden
- Angebots- und Abschlussquote – wie viele daraus zur Police führen
- Stornoquote – wie viele im ersten Jahr wieder zurückkommen
Die letzte Zahl ist die, die am häufigsten fehlt und am meisten aussagt. Eine Strecke, die viele Abschlüsse und viele Stornos erzeugt, ist teurer als eine mit weniger Abschlüssen und stabilem Bestand — Storno kostet nicht nur die Provision, sondern die gesamte Akquisition.
Werbe- und Rechtsrahmen
Erlaubnis nach § 34d GewO. Die Vermittlung von Versicherungen ist erlaubnispflichtig. Wer nur Kontakte herstellt und weder berät noch vermittelt, handelt als Tippgeber; wo genau diese Grenze verläuft, ist im Einzelfall zu klären und sollte vor Kampagnenstart feststehen.
Informationspflichten. Erstinformation, Angaben zum Vermittlerstatus und zur Vergütung sind an bestimmten Punkten der Strecke vorgeschrieben. Sie gehören in die Strecke eingeplant, nicht nachträglich angeklebt.
Werbung mit Angst. Versicherungswerbung lebt vom Risiko und stößt dort schnell an Grenzen – sowohl rechtlich als auch in der Wirkung. Übertreibung erzeugt Klicks und Stornos gleichermaßen.
Plattformregeln. Versicherungsprodukte gelten bei den großen Werbeplattformen als eingeschränkte Kategorie mit eigenen Nachweisanforderungen.
Diese Hinweise beschreiben unsere Arbeitsweise und ersetzen keine Rechtsberatung.
Der Weg zum Abschluss
Anlass, Interesse, Anfrage, Erstkontakt, Beratung, Angebot, Antrag, Policierung. In den meisten Sparten bleibt der Mensch in der Mitte dieser Kette – und das ist kein Mangel, sondern eine Eigenschaft des Produkts.
Digitalisieren lässt sich trotzdem fast alles darum herum: die Erzeugung des Anlasses, die Qualifizierung vor dem Gespräch, die Terminvereinbarung, die Unterlagen, die Unterschrift und der Nachweis. Je besser diese Teile laufen, desto mehr Zeit bleibt für das, was nur im Gespräch entstehen kann.
Bei einfachen, standardisierten Produkten ist der vollständig digitale Abschluss möglich. Wo die Grenze verläuft und wie die Strecke dorthin aussieht, ist Thema bei DPP Systems.
Von der Nachfrage bis zum unterschriebenen Vertrag
Wir sind keine reine Leadagentur. Was wir übernehmen, ist die gesamte Kette – und zwar genau so weit, wie es regulatorisch zulässig ist:
Wir besorgen den Traffic. Kampagnen in Suche und sozialen Kanälen, eigener Kontaktbestand, Kanalmix und Aussteuerung – auf eigene Rechnung erprobt, bevor wir sie bei Ihnen einsetzen.
Wir besorgen die Anfragen. Einstiege, Landingpages und Antragsstrecken, die aus Aufmerksamkeit eine vollständige, verwertbare Anfrage machen – mit den Angaben, die Sie tatsächlich brauchen.
Wir bauen das System. Übergaben, CRM-Anbindung, Routing, Nachfassprozesse, Messung und Rückmeldung. Also das, was zwischen der Anfrage und dem Abschluss liegt und in dem die meisten Verluste entstehen.
Wir bringen den Abschluss zustande. Vertrag, digitale Signatur und Nachweis – technisch vertieft bei DPP Systems. Das Ergebnis ist kein Kontakt, sondern ein unterschriebener, prüfbarer Vertrag.
Und wir halten die Rollentrennung ein. Wo eine Erlaubnis nötig ist, liegt sie bei Ihnen oder bei Ihrem Partner. Wir erzeugen Nachfrage, bauen die Strecke und verantworten die Technik – Beratung, fachliche Prüfung und Vertragsschluss bleiben dort, wo sie hingehören. Diese Abgrenzung legen wir vor Beginn schriftlich fest, weil sie darüber entscheidet, ob das Modell trägt.
Was wir konkret in dieser Branche tun
Anlassbezogene Kampagnen statt Produktwerbung, Strecken, die aus einem Interesse eine qualifizierte Gesprächsgelegenheit machen, die Übergabe an Ihre Vermittler oder Ihr Innendienstteam, die Messung bis zur Police und die Rückmeldung in die Werbesysteme — damit diese lernen, Abschlüsse zu erzeugen und nicht Formulare.
Häufige Fragen
Funktioniert Leadgenerierung für Versicherungen überhaupt?
Ja, aber mit einer anderen Zielgröße. Wer erwartet, dass eine Anzeige zu einem Abschluss führt, wird enttäuscht. Wer sie als Erzeuger qualifizierter Gesprächsgelegenheiten versteht und die Kette bis zur Police misst, kommt zu tragfähigen Ergebnissen.
Was kostet ein Versicherungslead?
Das hängt stark von der Sparte ab – zwischen einer einfachen Sachversicherung und einer Berufsunfähigkeitsversicherung liegen Welten. Aussagekräftiger als der Leadpreis sind die Terminquote und die Abschlussquote dahinter, weil dort der eigentliche Unterschied entsteht.
Brauche ich eine Erlaubnis nach § 34d, um Leads zu bekommen?
Für die Vermittlung ja. Für die reine Weiterleitung von Kontakten ohne Beratung kommt eine Tippgeberrolle in Betracht. Die Abgrenzung ist im Einzelfall zu prüfen und sollte vor Kampagnenstart geklärt sein – das ist eine rechtliche Frage, die wir mitdenken, aber nicht entscheiden.
Wie senke ich die Stornoquote?
Vor allem über die Erwartung, die die Werbung erzeugt. Wer mit einem Preis wirbt, der nur unter Bedingungen gilt, bekommt Abschlüsse, die im ersten Jahr zurückkommen. Eine Strecke, die den Umfang der Leistung vorab klar macht, erzeugt weniger, aber haltbarere Abschlüsse.
Womit würden wir bei Ihnen anfangen?
Schreiben Sie in zwei Sätzen, worum es geht, oder rufen Sie an. Im ersten Gespräch klären wir Produkt, Zielgruppe und Ausgangslage – und ob wir der richtige Partner sind. Das dauert etwa fünfzehn Minuten und ist keine Präsentation.